Meine Ent-Scheidung

Bettina Zumstein

Mein Name ist Bettina Zumstein. Ich bin im Juni 1968 in der Schweiz geboren.

Im Alter von 21 Jahren habe ich meinen Exmann kennen gelernt. 28 Jahre lang waren wir in einer Beziehung, davon 23 Jahre verheiratet.  Wir haben zwei wundervolle Kinder grossgezogen. Für mich das grösste Glück! 

Diese 28 Jahre Ehe und Beziehung haben mich bewegt, wachsen und reifen lassen.
Und doch war da immer wieder einmal zwischendurch diese kleine, feine, zarte Stimme in mir, die zu mir sprach.... die ich aber mit meinem Verstand zum Schweigen brachte.... bis zu diesem Tag, der alles veränderte. 

 Ich war in einer tiefen, aktiven Meditation und da fuhr die Erkenntnis durch mich durch.

Ich war es müde, so müde, das Zuhause, den sicheren Hafen, aufrecht zu erhalten. Den Schein einer glücklichen Ehe nach aussen zu wahren und innerlich zu vertrocknen. Zu fühlen und zu spüren, wie ich den Wunsch nach Freiheit hatte.

Ich war es müde, die Helikopter-Mutter zu sein, obwohl unsere Kinder sich schon lange nach Selbstständigkeit, Freiheit und Raum für sich sehnten.

Ich war es müde, die Organisatorin, Gärtnerin, Köchin, Putzfrau, Psychologin und, und, und zu sein.

Diese Erfahrung, diese Gedanken, diese Erkenntnisse in dieser Meditation durchfuhren mich wie der Blitz.

Diese feine, leise Stimme wurde so laut in meinem Kopf, dass ich sie nicht mehr überhören konnte.

Meine Erkenntnis war da. Unsere Ehe hat ein Ende! Ich löse mich von den Fesseln der Ehe. Ich löse mich von dem kirchlichen Gelübde, bis dass der TOD EUCH SCHEIDET. Ich löse mich von diesem Vertrag.

Und so kam es. Ein halbes Jahr später waren wir geschieden.

Natürlich hatten wir viele, viele schöne, gemeinsame Stunden, Erlebnisse, Erfahrungen und auch tiefe Verbundenheit in diesen 28 Jahren erlebt. Wir beide liebten  Reisen, Abenteuer, Natur und vieles mehr.  Wir haben uns gegenseitig viel Freiheit und Raum für unsere eigene Entfaltung gelassen und uns auch in unterschiedlichen Interessensfeldern bewegt.

Sich Freiheit zu geben in der Beziehung, dem anderen Raum zuzusprechen, offen zu kommunizieren bedeutet für mich eine gelebte, ehrliche Beziehung. Wir haben uns beiden das erlaubt. Und doch erkenne ich heute, dass es uns auch voneinander entfernt hat. Durch diese gelebte Toleranz habe ich mich entfernt. Für mich heute ein sehr natürlicher Prozess,  um mit meinem Lebensfluss, meiner Lebensbestimmung, verbunden zu sein.  

Ich brauchte ganz viel MUT mich zu lösen, von den gesellschaftlichen, kirchlichen und eigenen Fesseln. Mir einzugestehen, was ich lebe, mir meine Freiheit voll und ganz zuzugestehen. Mich zu befreien von der SCHEIN-SICHERHEIT, dem SCHEIN-GLÜCK, die ich uns mit der gelebten EHE, Partnerschaft so sehr wünschte, das braucht MUT! Sich zu trennen nach so vielen gemeinsam gelebten Jahren.

Heute, 2 Jahre nach meinem Entscheid, sind wir beide glücklich und gehen unsere Wege.  Ich bin tief dankbar, dankbar für die gemeinsame Zeit und dankbar für meinen Mut und meinen Weg. Dankbar, meiner inneren Stimme, meiner Herzensstimme zu folgen....

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